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11/27/2006 Eine Insel, ein Tempel und ein grosses SteakHallo ihr Lieben,
nach einer ganzen Zeit voller Stress, neuen Erlebnissen und allerlei Fotos komme ich doch endlich mal wieder zum schreiben.
Es ist schon etwas laenger her, da machten sich drei wagemutige Abenteurer auf den Weg zu einer kleinen Insel (die sich dann als relativ gross herausstellte) um ein bisschen Seeluft zu schnuppern. Dank des koreanischen Reisestils gibt es ja so allerhand Busse und fuer sagenhafte 5 Euro kann man dann auch schon von A (hier: Seoul Sinchon Express Bus Terminal) nach B (Ganghwa auf Ganghwado) reisen, sich dabei gemuetlich zuruecklehnen und einem zahnlosen alten Koreaner zuhoeren wie er Mittelchen gegen Warzen und Hautkrankheiten anpreist. Ja und das alles in einem Reisebus. Toll. Also nichts mit schlafen. Naja, in Ganghwa hungrig ca. 2,5 Stunden spaeter angekommen - meine Guete welch trostlose Gegend! - spuert man die ersten Anzeichen einens Kulturschocks nach dem monatelangen Leben in einer 15 Millionen Stadt.
Auf der Suche nach einer geeigneten Bleibe einigt man sich schliesslich auf ein kleines Fischerdoerfchen im Westen der Insel. Doch der Bus faehrt natuerlich erst spaeter, also begeben wir uns auf die Suche nach etwas Essbarem in den grossen, ja riesigen Plus Mart. (Nein nicht zu vergleichen mit unserem Plus).
Im Fischedoerfchen angekommen schnuppern wir erstmal ein bisschen Meeresluft, Ahmet wird von einem Bootssteg von einem Polizisten verscheucht. Auf dem Weg zurueck zur Hauptstrasse..haha..Straesschen..kommen wir an einem Bottich mit krampfhaft herumschwimmenden gluecklich aussehenden!!! King shrimp vorbei...mmhhhhhhh...
Fies genug, die Dinger werden bei lebendigem Leibe in einem Topf vor unseren Augen gegrillt..kein Wunder das die armen Viecher versuchen der Hitze zu entkommen (daher auch die vielen Au..auuuuuu...Au verdammt!-Schreie aus dem Topf).
Aber ich kann und will nicht leugnen, dass es die besten meines Lebens waren, auch wenn es etwas seltsam ist sie mit Handschuhen zu essen aber ja, sind einfach zu heiss zum pulen weil wahnsinnig frisch und gerade gestorben.
Nach diesem herrlichsten aller Mittagessen quartieren wir uns im Motel Santa Lucia mit Meerblick, Riesenbett und Riesenfernseher fuer sagenhafte 23 Euro ein und erkunden ein bisschen die Insel.
Nach einer kleinen Wanderung kommen wir A) an einem Haus voller Hunde inklusive Pitbulls, B) einem Kriegsschiff (naja Nordkorea ist ja gleich um die Ecke) und C) einem sogenanntem Dondae (so eine Art historische Festung). Dort haben wir uns dann ein bisschen die Sterne angeschaut nachdem die hier in Seoul ja kaum zu sehen sind. Auf dem zugegebenermassen nicht ganz ungefaehrlichen Rueckweg entlang der Strasse wollte dann leider keiner anhalten und uns mitnehmen (gut, ich wuerd auch keine Auslaender mitnehmen..) aber nunja, wenigstens der Pitbull hat uns wieder "freundlich" begruesst.
Wieder in Oepori (das Dorf) angekommen, fallen wir erstmal hungrig und muede zu Boden in einem traditionellen Restaurant mit Seeblick und bestellen etwas mit einem Namen der uns nichts sagt. Aber Ueberraschung muss sein! Heraus kommt eine zahlreiche Vielfalt von leckeren Sidedishes (gut die haetten wir so oder so bekommen), eine Reihe kleiner Flaeschchen Baeksoju (baek steht fuer 100 und wenn man das Zeug trinkt lebt man mindestens 100 Jahre, wow Alkohol den man sozusagen trinken muss!) und ein Fischeintopf. Fischeintopf hier heisst Topf + Fisch und Fisch heisst Fisch, also alles, Innereien, Augen die einen aus dem Teller anstarren (auch einzelne). Das mag jetzt vielleicht etwas abschreckend klingen aber solange man nicht die Fischblase erwischt und sie einem im Teller zerplatzt (..jaja, gell Ahmet :D ) schmeckt es wirklich sehr gut! Und zum Abschluss sprechen einen dann auch noch Koreaner an ob man denn aus Deutschland kommt?! Antwort: Aeh ja, warum? Antwort darauf: Ja, ich hab mal 5 Jahre in Frankfurt studiert...(was wollen die ganzen Koreaner in Frankfurt???)
Nun etwas angeheitert vom Baesoju begeben wir uns nochmal ans Meer und danach glueckselig in die grossen Betten.
Am naechsten Morgen nehmen wir dann die Faehre zur naechsten Insel, irren etwas herum bis uns jemand hilft den Bus zu finden und auf gehts zu Bomunsa, einem der wichtigsten Tempel in Korea. Dank des strahlenden Wetters laufen dort auch nicht ca. 1000000000 Leute rum, nein nein. Aber wenigstens 357, immerhin, man fuehlt sich irgendwie in der Ruhe gestoert allerdings ist der Tempel wirklich sehr sehenswert mit Blick aufs Meer und einem 400 Jahre altem Gingkobaum. Zu guter letzt nehmen wir noch ein paar hundert steile Stufen auf uns und gelangen zu einem sehr grossen, in den Stein gehauenen Buddha bei dem auch allerlei Leute beten. Nicht zu vergessen: ein grosses Wespennest..ja, danke, trinken sollte man hier nichts sonst wird man gleich belagert. Ausserdem stellen wir fest das Tauben klettern koennen?!
Nun, zurueck auf dem Boden der Tatsachen spazieren wir noch gemuetlich ans Meer und geniessen die Sonne. Da wir nach einem nicht sehr ergiebigem (und stressigem, da viele Leute) Mittagessen ziemlich am verhungern sind, begeben wir uns auf die Rueckfahrt um dann schlussendlich ein gelungenes Wochenende im Outback mit einem groooooossen Steak und einem Glas Wein abzuschliessen. Naechstes Jahr auf jeden Fall mehr (und Meer) davon! TrackbacksThe trackback URL for this entry is: http://saminseoul.spaces.live.com/blog/cns!24A30884884A6022!167.trak Weblogs that reference this entry
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